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Gute Bildung braucht Struktur: Bildungsangebote müssen genutzt werden können

Thüringen ist Kindergartenland. Diese Aussage begründet sich im „Vater“ des Kindergartens und Vordenker der Kleinkindpädagogik, Friedrich Fröbel, der in Oberweißbach im Thüringer Wald geboren ist. Das Konzept Fröbels verbreitete sich in der ganzen Welt und beinhaltet noch heute gelebte Ansätze. Unter diesem Erbe bleibt für uns als Fraktion DIE LINKE das Ziel, die bestmögliche frühkindliche Bildung zu gewährleisten. Umgesetzt mit einem bedarfsgerechten Personalschlüssel, der Möglichkeit der zehn Stunden-Betreuung für alle Kinder ab dem 1. Lebensjahr und einer schrittweisen Abschaffung der Kindergartengebühren sowie Bildung kostenfrei zu ermöglichen.


Hierzu sind wir in den letzten Jahren wichtige Schritte gegangen, die wir weiter fortsetzen wollen. Damit sich Thüringer Familien auch in der Zukunft auf gute Bildungs- und Betreuungsangebote in den Kindergärten verlassen können, ist es notwendig, dass die Landespolitik weiterhin agiert: Praxisorientierte Ausbildung sichert den Fachkräftenachwuchs und wertet den Beruf auf, Investitionen in die Gebäude und Ausstattung sowie Verbesserungen im Personalschlüssel zur Entlastung der Beschäftigten und Sicherung der Betreuungsangebote. Nicht nur der Kindergarten soll beitragsfrei werden, sondern die komplette Bildung. Das heißt auch, dass wir Hortgebühren abschaffen wollen bis hin zu der Abschaffung des Semesterbeitrages an den Universitäten und Hochschulen. Auch die Schulgebühren im Sozial- und Gesundheitsbereich gehören für uns abgeschafft.


Bildung ist ein sozialer Prozess. Bildung kann an unterschiedlichsten Orten und zu vielfältigen Gelegenheiten stattfinden. Aus diesem Grund braucht es Angebote für Kinder und Jugendliche vor Ort. Gerade im ländlichen Raum braucht es eine Infrastruktur, die Kindern und Jugendlichen ermöglicht, Bildungsangebote wahrzunehmen. Hier nehmen die Ganztagsangebote in den Schulen, die örtlichen Bibliotheken, Musikschulen und Freizeitangebote eine wichtige Funktion wahr. Dezentrale Angebote der Kinder- und Jugendhilfe im ländlichen Raum wollen wir stärken. Wenn die Angebote allerdings nicht zu den Jugendlichen kommen, dann muss wenigstens die Möglichkeit bestehen, mit dem öffentlichen Nahverkehr zu den Angeboten zu fahren.


Auch die ganz Kleinen unserer Gesellschaft liegen uns am Herzen. Wir wollen, dass kurze Beine auch kurze Wege haben. Das heißt, die Schulen im ländlichen Raum müssen erhalten bleiben. Dazu haben wir, dass Schulgesetz angepasst und mit der Möglichkeit versehen, kleine Schulen durch Kooperationen aufrechtzuerhalten. Außerdem wollen wir das alle Schülerinnen und Schüler kostenfrei den Öffentlichen Personennahverkehr nutzen können, nicht nur zur Schule hin, sondern auch in ihrer Freizeit. Es gibt dabei keinen Unterschied wie alt ein:e Schüler:in ist, auch in der Oberstufe muss es kostenfrei sein. Für Auszubildende hat die R2G-Regierung das Azubiticket eingeführt. Dies muss verstetigt werden und das Land muss dieses Ticket so günstig wie möglich anbieten, damit auch Auszubildende zu Schule und zum Ausbildungsbetrieb fahren können.


Inklusion ist ein Menschenrecht. Inklusion eröffnet allen Menschen die Möglichkeit, überall im politischen, sozialen und kulturellen Leben nicht nur dabei zu sein, sondern es auch selbstbestimmt aktiv gestalten zu können. Für die Linksfraktion ist die Umsetzung dieses Menschenrechtes gleichbedeutend damit, eine gerechtere Gesellschaft für alle Menschen zu erkämpfen. Inklusion fängt im Kindergarten und in der Schule an. Wir haben daher mit den Regelungen im neuen Schulgesetz eine Vereinfachung und Entbürokratisierung der Feststellung von Förderbedarfen erreicht und haben die Gelingensbedingungen für eine inklusive Beschulung erstmalig per Gesetz festgeschrieben sowie durch die Versiebenfachung der Schulbauinstitionen wichtige Veränderungsprozesse initiiert.


Die positiven Auswirkungen praxisorientierter Formen der Lernplanvermittlung stärken die Schüler:innen und die Schulentwicklung, da durch vielseitige Wissens- und Kompetenzvermittlung und allgemeine Lernmotivation von Schüler:innen deren Lernerfolg gestärkt wird. Innovative Bildungskonzepte, die auf praxisorientierten Methoden und Inhalten aufbauen, gehören sowohl zur gegenwärtigen Thüringer Schullandschaft als auch zur Geschichte der Thüringer Bildungstradition. Trotz leichter Verbesserungen bewegt sich der Anteil von Schüler:innen, die die Schule ohne Abschluss verlassen, in vielen Bundesländern, auch in Thüringen, auf einem viel zu hohen Niveau. Praxisorientierte Formen sind geeignet, hier entgegenzuwirken.


Die Linksfraktion steht für das Prinzip des längeren gemeinsamen Lernens. Wir wollen ein auswahlfähiges Angebot aller Schularten auch im ländlichen Raum. Wir haben dafür das Schulgesetz geändert und wollen eine gezielte Förderung der Gemeinschaftsschule. Längeres gemeinsames Lernen ist sowohl aus individueller als auch gesellschaftlicher Perspektive sinnvoll und erstrebenswert. Es ist für uns nicht hinnehmbar, dass man Schüler:innen ab Klasse vier in die verschiedenen Schullaufbahnen einordnet und so viel zu früh über den Bildungsweg von Kindern entscheidet.